Geräte für den DVB-T2-Empfang

Wer den neuen Antennenstandard DVB-T2 künftig empfangen möchte, braucht spezielle Geräte dafür. Neben einen DVB-T2-fähigen Fernseher wird auch ein DVB-T2 HD-Receiver benötigt. Letzterer kann entweder als externes Gerät (Set-Top-Box) oder integriert in einen Fernseher genutzt werden. Zudem ist eine DVB-T2-Antenne nötig, die die Signale einfängt. In der Regel kann die bisher genutzte DVB-T-Antenne weiter eingesetzt werden.

 

Private Sender werden verschlüsselt übertragen

Wer Antennenfernsehen über den neuen Standard DVB-T2 empfangen möchte, braucht mehrere geeignete Empfangsgeräte. Dazu gehören ein Fernseher, ein Receiver oder ein Cl+-Modul sowie eine Innen- oder Außenantenne.

Die öffentlich-rechtlichen HD-Programme werden über DVB-T2 weiterhin unverschlüsselt übertragen und stehen somit jedem Nutzer zur Verfügung. Die privaten HD-Sender werden hingegen verschlüsselt gesendet. Das heißt: Wer RTL, Pro7 und Co. nutzen möchte, wird ab Sommer 2017 einen Entschlüsselungsgutschein brauchen. Dieser kostet 69 Euro und gilt ein Jahr.

Zu Beginn der Umstellung auf DVB-T2 im Frühjahr 2017 stehen die bisher vier privaten HD-Programme (RTL, Vox, Pro7, Sat1) noch unverschlüsselt zur Verfügung. Nach der Umstellung bietet Freenet TV – alleiniger Anbieter von DVB-T2 – 20 private und 20 öffentlich-rechtliche Programme in HD-Qualität an. Die bisher empfangbaren Programme in Standard-Qualität werden dann nicht mehr verbreitet.

 

Geräteoptionen

Nutzer haben mehrere Möglichkeiten, sich für den Empfang über DVB-T2 auszurüsten.

 

Geräteoption 1:

Alle 40 HD-Programme sind mit TV-Geräten oder Set-Top-Boxen empfangbar, die das grüne DVB-T2-HD-Logo haben. Ebenfalls benötigt wird das Cl+-Modul von Freenet TV. Das Modul muss auf der Rückseite des Fernsehers oder Receivers in den entsprechenden Slot gesteckt werden.

 

Geräteoption 2:

Alle 40 HD-Programme können mit Set-Top-Boxen empfangen werden, die das Freenet-TV-Logo besitzen. Dadurch wird die Nutzung des Cl+-Moduls überflüssig.

 

Geräteoption 3:

Mit Geräten ohne grünes DVB-T2-HD-Logo oder Freenet-TV-Logo können nur 20 Programme empfangen werden. Darunter sind die frei empfangbaren öffentlich-rechtlichen Sender sowie die vier privaten Sender, die bereits in HD ausgestrahlt werden (RTL, Vox, Pro7, Sat.1). Alle anderen privaten Programme sind mit solchen Geräte nicht empfangbar – auch nicht durch Nachrüstung oder gegen Bezahlung.

 

Antenne

Für den Empfang des neuen Antennenfernsehens über DVB-T2 braucht man eine Antenne. Wer bereits eine DVB-T-Antenne besitzt – egal ob für das Zimmer oder für den Außenbereich – kann diese in der Regel auch für den Nachfolge-Standard DVB-T2 nutzen.

Aber: Antenne ist nicht gleich Antenne. Je nach Standort wird entweder eine Innen- oder eine Außenantenne benötigt. Generell gilt: In Ballungsgebieten, wo man meistens in der Nähe eines Funkturms ist, reicht eine Zimmer- oder Innenantenne für HD-Fernsehen über DVB-T2. In ländlichen Regionen sieht die Empfangslage oftmals schlechter aus. Hier ist eine Dachantenne ratsam. 

 

Auf das richtige Logo achten

Vorsichtig sollte man bei DVB-T2-fähigen Geräten sein, die für den ausländischen Markt produziert wurden. Zwar wird in anderen Ländern wie Dänemark oder Österreich bereits seit Längerem der neue Standard DVB-T2 genutzt. Aber: Diese Geräte unterstützen den neuen Kompressionsstandard HEVC nicht. Somit sind die Geräte hierzulande nicht einsetzbar. Dazu gehören unter anderem Fernsehgeräte von Sony (ab der 2012er-Modellreihen HX755 und HX855) oder Philips (ab PFL8008) sowie Receiver für DVB-T2, die nur den älteren Standard unterstützen. Geeignet für die DVB-T2-Nutzung in Deutschland sind hingegen die meisten neuen Samsung-Fernseher sowie 2016er-Geräte von Sony, LG oder Philips.

Es gibt aber noch einen weiteren Stolperstein, auf den geachtet werden sollte: Einige TV-Geräte sind zwar laut Auszeichnung DVB-T2- und HEVC-fähig, aber der HEVC-Decoder ist nicht für das TV-Empfangsteil zugänglich. Somit ist ein Empfang von DVB-T2 trotzdem nicht möglich.

Daher gilt: Bei der Hardware sollte immer auf das grüne DVB-T2-HD-Logo geachtet werden. Dies besagt, dass das entsprechende Gerät sowohl DVB-T2 als auch den neuen Standard zur Videokompression (HEVC oder auch H.265) unterstützt. Geräte, die lediglich H.264-fähig sind, können nicht für DVB-T2 genutzt werden. Geräte, die DVB-T2 unterstützen, sind auch DVB-T-fähig. Andersherum gilt das aber nicht.

Um sich eine Orientierung zu verschaffen, kann man über die Internetseite www.tv-plattform.de Geräte für den DVB-T2-Empfang suchen und auflisten lassen. Die Liste umfasst sowohl TV-Geräte als auch Digitalempfänger (Set-Top-Boxen).