DVB T2 – neuer Standard für TV-Empfang via Funk

DVB T beschreibt einen internationalen Standard für den TV-Empfang über Funk. Nun soll mit DVB T2 ein neuer Standard eingeführt werden, der unter anderem eine bessere Bildqualität bietet. Die komplette Umstellung soll zwischen 2017 und 2019 erfolgen.

 

Erste Testläufe mit DVB T2

Der Standard für TV-Signale DVB-T steht für "Digital-Video-Broadcasting – Terrestrial". Hierzulande wird im Zusammenhang mit DVB T auch gerne von „Antennenfernsehen“ gesprochen. Zum Einsatz kommt der TV-Empfang via Funk vor allem in Ballungsgebieten. Nun steht der Standard vor einer großen Umstellung: Zwischen 2017 und 2019 soll DVB T vom Nachfolge-Standard DVB T2 abgelöst werden.

Seit 2016 wird der neue Standard bereits in einigen Regionen getestet – darunter Berlin, München und der Raum Köln/Bonn. Ebenfalls seit letztem Jahr werden die ersten DVB-T2-Sender ausgestrahlt, die sich durch eine starke Reichweite auszeichnen. Im Frühjahr 2017 soll dann die schrittweise Umstellung starten – zunächst in Ballungsräumen, dann bundesweit.

 

Keine Kompatibilität

Für den Umbau muss die komplette Funktechnologie in den Sende-Anlagen ausgetauscht werden. Aus diesem Grund wird nach der Umstellung in der entsprechenden Region der Empfang von DVB-T nicht mehr möglich sein.

Da beide DVB-T-Standards nicht kompatibel miteinander sind, benötigen Nutzer nach der Umstellung entweder ein neues Empfangsgerät oder einen DVB-T2-Receiver (Tuner). Achtung: DVB-T2-Geräte aus dem Ausland sollten vermieden werden, da DVB T2 in Ländern wie Dänemark oder Österreich nicht auf der in Deutschland genutzten HEVC-Kodierung basiert.

Für PCs und Laptops gibt es entsprechende USB-Sticks, mit denen DVB T2 empfangen werden kann. Zudem gibt es einige Tablets, die über einen integrierten DVB-T2-Empfänger verfügen. Für Smartphones ist ein Empfang via DVB T2 nicht vorgesehen.

 

Nur noch verschlüsselte Programme

Konnte man bei DVB T die Fernsehprogramme noch unverschlüsselt empfangen, ist dies beim Nachfolger nicht mehr der Fall. Für den Empfang muss dann eine monatliche Gebühr gezahlt werden. Dabei werden die privaten Sender über eine Chipkarte freigegeben. Mit dieser Chipkarte muss der DVB-T2-Receiver bestückt werden. Die Programme der öffentlich-rechtlichen Anstalten bleiben weiterhin kostenfrei.

 

Vorzüge von DVB T2

Unter DVB T2 wird sich das Senderangebot deutlich ausweiten. Es soll um die 40 Programme umfassen. Zusätzlich wird es ein vielfältiges und stetig wachsendes Online-Angebot geben, wie Mediatheken, Apps, Programm-Guides oder Livestreams. Zudem wird DVB T2 via Hybrid-Technologie auch für Medienanbieter im Internet verfügbar sein.

DVB T2 wird auf den vom analogen Rundfunk bekannten UHF- und VHF-Kanälen übertragen. Aufgrund der digitalen Ausstrahlungstechnik können diese Kanäle effizienter genutzt werden, weil mehrere Sender pro Kanal übertragen werden können.

Zudem lassen sich auf einem Frequenzspektrum mit DVB T2 die bis zu achtmal mehr Informationen übertragen als mit DVB T. Das ist ein deutlicher Effizienzgewinn, der sich auch in der Bildqualität widerspiegelt. Somit können neben HD-Inhalten künftig auch Ultra-HD-Programme über DVB-T2 empfangen werden. Die freigewordenen Frequenzen sollen hingegen für die mobile Datennutzung eingesetzt werden.