Kosten: DVB-T2 im Vergleich mit Kabel- und Internet-TV

Wer in Deutschland HD-Fernsehen genießen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Eine der verbreitetsten Übertragungstechniken ist das Kabel-Fernsehen. Auch das sogenannte IPTV – also Internet-Fernsehen – erfreut sich wachsender Beliebtheit. Mit der Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 bietet nun auch das Antennenfernsehen Programme in HD-Qualität. So unterschiedlich die Empfangstechniken und ihre Angebote sind, so verschieden sind auch die damit verbundenen Kosten.

 

Antennenfernsehen

DVB-T2 – das unter der Marke Freenet TV vertrieben wird – bietet rund 40 Programme in HD-Qualität. Darunter sind 20 Privatsender sowie 20 öffentlich-rechtliche Sender. Das Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender kann von Region zu Region variieren. Mit Freenet TV Connect erhält der Kunde Zugriff auf Mediatheken, Apps und On-Demand-Dienste. Insgesamt werden 40 weitere Programme wie Doku-, Sport oder Unterhaltungssender angeboten.

Die öffentlich-rechtlichen Programme werden unverschlüsselt empfangen und können kostenlos angesehen werden. Die privaten Sender sind verschlüsselt und somit kostenpflichtig. Für die „Entschlüsselung“ ist ein Gutschein erforderlich. Diesen gibt es im Handel oder online für 69 Euro im Jahr. Rechnerisch zahlt der Kunde somit 5,75 Euro im Monat. Bis 01. Juli 2017 bietet Freenet TV sein Angebot in den ersten drei Monaten kostenlos an.

Wer Antennenfernsehen über DVB-T2 nutzen möchte, benötigt die richtige Hardware dazu. Neben einem Fernseher, der DVB-T2 unterstützt ist auch ein Receiver oder alternativ ein Cl+ Modul nötig. Für den Empfang braucht es zudem eine Antenne. Ein Receiver kostet um die 100 Euro – einfachere Geräte liegen auch darunter. Für das Cl+ Modul fallen etwa 80 Euro an, eine DVB-T-Antenne gibt es ab 35 Euro. Wer bereits eine DVB-T-Antenne besitzt, kann diese im Gegensatz zu den restlichen Geräten für den DVB-T2-Empfang weiternutzen.

 

Kabel-TV

Kabelfernsehen wird in mehr als 40 Prozent der deutschen Haushalte genutzt. Oftmals ist das Kabelfernsehen bereits im Mietvertrag enthalten und wird dort über die Nebenkosten abgerechnet. Ist dies nicht der Fall und wird ein Kabelanschluss gewünscht, muss der Tarif neu gebucht werden. So oder so: Für den Kabelanschluss zahlt der Kunde rund 20 Euro im Monat. Hinzu kommt der monatliche Preis für die TV-Pakete, die zwischen 4 und 20 Euro liegen. Je mehr Inklusiv-Leistungen die Pakete enthalten – wie eine größere Anzahl an HD-Sendern, Pay-TV (Sky, etc.) oder Video-on-Demand – desto mehr muss gezahlt werden.

Das Senderangebot variiert von Anbieter zu Anbieter. Die beiden großen deutschen Kabelanbieter Vodafone und Unity Media bieten um die 100 digitale Sender, davon rund 70 frei empfangbar sowie um die 40 HD-Sender, circa 15 davon frei empfangbar. Ebenfalls im Angebot enthalten sind diverse TV-Mediatheken und Pay-TV-Pakete für Sport, Unterhaltung oder Reportagen.

Weitere Kosten (ca. 5 Euro im Monat) fallen an, wenn das TV-Angebot auch mobil genutzt werden soll (also über Tablet oder Smartphone). In der Regel ist die nötige Hardware wie Cl+ Modul oder Receiver gratis im Tarif enthalten. Die Geräte müssen nach Vertragsende aber an den Anbieter zurückgegeben werden. Zudem wird von den Anbietern eine einmalige Bereitstellungsgebühr  berechnet, die oftmals zwischen 30 und 50 Euro liegt.

 

IPTV

Das Internetfernsehen – auch IPTV genannt – wird von Vodafone, der Telekom Deutschland oder 1&1 angeboten. Wer IPTV nutzen möchte, muss auch immer einen Internetanschluss beim entsprechenden Anbieter buchen. Dieser Internetanschluss muss mindestens 10 bis 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) bieten.

In der Regel werden sogenannte Triple-Play-Pakete vermarktet, die Internet, Telefon und TV vereinen. Daher kostet IPTV etwas mehr als Kabel-Fernsehen. Die Gebühr für 3er-Pakete liegt zwischen 30 und 50 Euro im Monat. Bei einigen DSL-Anbietern kann eine TV-Option für rund 10 Euro zum bestehenden Internet-und Telefon-Tarif dazugebucht werden. 

Viele DSL-Anbieter berechnen eine Bereitstellungs- oder Anschlussgebühr. Diese Gebühr kann von Anbieter zu Anbieter stark  variieren. Während der eine Anbieter 30 Euro verlangt, sind es bei einem anderen stolze 70 Euro.

Auch für die Hardware fallen Kosten an. Entweder der Kunde muss monatlich einen geringen Betrag (zwischen 2 und 5 Euro) für die Hardware zahlen. Oder es wird eine einmalige Gebühr für die Geräte erhoben. Auch hier variieren die Preise zwischen 20 und 50 Euro. Teilweise werden WLAN-Router von den Anbietern aber auch kostenlos zur Verfügung gestellt.

Über IPTV wird eine große Auswahl an Sendern geboten – darunter bis zu 100 Sender inklusive, bis zu 80 zusätzliche Pay-TV-Sender, über 20 HD-Programme inklusive und über 80 zubuchbare HD-Sender. Zudem kann in der Regel ein Sky-Paket dazu gebucht werden. In den Online-Mediatheken stehen zudem mehrere tausend Filme zur Verfügung, die gegen eine Gebühr angesehen werden können.

 

TV-Empfangstechniken im Vergleich

Übertragungstechnik

Vorteile

Nachteile

Antenne (DVB-T2)

  • transparente Preisstruktur
  • niedrige monatliche Kosten
  • TV-Signal in Full-HD
  • kleinstes Senderangebot
  • (Noch) nicht überall verfügbar
  • Mobile Nutzung nur eingeschränkt möglich (nur öffentlich-rechtliche Sender verfügbar)
  • Alte DVB-T-Geräte nicht mehr nutzbar; für neue Geräte fallen hohe Kosten an
  • Wind und Wetter können TV-Signal stören

 

Kabel

  • umfangreiches Senderangebot (mit Zusatzkosten verbunden)

 

  • lange Vertragslauf-zeiten (24 Monate)
  • Kabelanschluss mit Zusatzkosten als Grundvoraussetzung
  • Zusatzkosten durch Hardware oder Angebots-Erweiterung

 

IPTV

  • zahlreiche Zusatz-Funktionen durch IPTV-Receiver (Aufnahme, Pause, Online-Videothek, EPG)
  • laut Stiftung Warentest beste Bildqualität
  • Hohe Kosten
  • lange Vertrags-laufzeiten (24 Monate)
  • Voraussetzung ist Internetanschluss des selben Anbieters
  • leichte Verzögerung des Live-Signals