DVB-T2 – Antennenfernsehen in HD-Qualität

HD-Fernsehen kann ab sofort auch über Antenne empfangen werden. Die Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 macht es möglich. Der neue Standard für Antennenfernsehen bietet nicht nur bessere Qualität, sondern auch mehr Sender. In Ballungsgebieten sollen bis zu 40 Programme empfangbar sein. Der Grund für die Umstellung: Zum einen werden die bisherigen Übertragungsfrequenzen reduziert. Zum anderen soll Antennenfernsehen konkurrenzfähig bleiben und die steigenden Ansprüche der Zuschauer nach HD-Inhalten erfüllen.

 

40 HD-Programme

Etwa 18 Prozent der deutschen Haushalte empfangen Fernsehen über Antenne. Genutzt wird der bisherige Standard DVB-T sowohl auf dem Fernsehgerät als auch mobil via Laptop oder Tablet. Doch mit den stets besser werdenden Empfangsgeräten wurden auch die Schwächen von DVB-T immer deutlicher. Eine unscharfe und pixelige Wiedergabe von Inhalten entspricht nicht mehr den heutigen Ansprüchen der Kunden. So kann Antennenfernsehen mit anderen Übertragungstechniken, die schon lange HD-Fernsehen ermöglichen, nicht konkurrieren.

Mit dem neuen Standard DVB-T2 soll ich das nun ändern. Ab sofort stehen sechs HD-Sender zur Verfügung – darunter die privaten Sender RTL, Vox, Pro7 und Sat.1 sowie die öffentlich-rechtlichen Programme ARD und ZDF. Mit der Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 zum 29. März 2017 stehen dann jeweils 20 private und öffentliche-rechtliche Sender in HD-Qualität zur Verfügung.

 

DVB-T2-HD-Sender

Obwohl der neue Standard weniger Frequenzen zur Übertragung nutzt, werden durch eine effizientere Codiertechnik mehr Sender ausgestrahlt. Nach der Umstellung werden alle bisherigen SD-Programme in HD ausgestrahlt. Neben ARD und ZDF werden unter anderem auch ZDF neo, Arte, Kika, 3sat sowie diverse dritte Programme zum HD-Angebot zählen. Insgesamt stehen je nach Region bis zu 20 öffentlich-rechtliche Programme zur Verfügung. Die öffentlich-rechtlichen Sender werden unverschlüsselt übertragen und sind somit frei zugänglich.

Zu den 20 privaten HD-Programmen gehören neben RTL, Vox, Pro7 und Sat.1 unter anderem RTL II, Kabel 1, Pro7 Maxx, Sixx, Sat.1 Gold oder N.TV. Die privaten Sender werden verschlüsselt übertragen. Für deren Nutzung wird ein Entschlüsselungsgutschein benötigt. Dieser ist im Handel erhältlich, kostet einmalig 69 Euro und gilt ein Jahr lang.

Bis 2019 soll der Wechsel von DVB-T auf DVB-T2 vollständig vollzogen sein. Bis dahin läuft der alte Standard in noch nicht umgestellten Regionen parallel weiter.

 

Neues Kompressionsverfahren

In einigen Ländern wie Österreich, Frankreich und England wird Antennenfernsehen via DVB-T2 bereits seit 2009 genutzt – teilweise auch in HD. Dafür greift man dort noch auf das ältere Kompressionsverfahren AVC (H.264) zurück. Hierzulande hat man sich zwar mehr Zeit mit der Einführung von DVB-T2 gelassen. Dafür kommt sofort das modernere Kompressionsverfahren HEVC (H.265) zum Einsatz. HEVC arbeitet datensparender. Dadurch lassen sich bei gleicher Belegung von Funkfrequenzen mehr Kanäle in besserer Bildqualität übertragen. So werden die meisten HD-Programme in 1080p ausgestrahlt. Das entspricht einer Full-HD-Auflösung (1920x1080 Bildpunkte) mit 50 Bildern pro Sekunde. Zum Vergleich: Öffentlich-rechtliche TV-Sender, die über Kabel oder Satellit übertragen werden, bieten meistens „nur“ 720p. Die Privaten übertragen zwar mit 1080i – aber nur Halbbilder. Somit erscheinen Bewegungen unsauberer.

 

DVB-T2 HD: Logo für Fernseher und Receiver

Für DVB-T2 sind geeignete Geräte wie Fernseher und Receiver nötig. Dabei sollte auf das grüne DVB-T2-HD-Logo geachtet werden, das entsprechende Geräte kennzeichnet. Abzuraten ist davon, DVB-T-Geräte aus dem Ausland zu kaufen. Aufgrund des älteren Kompressionsverfahrens sind die Geräte hierzulande nicht für die Nutzung von DVB-T2 geeignet.

Bei der Antenne ist ein Neukauf nicht nötig. In der Regel kann die bisherige DVB-T-Antenne weiter genutzt werden.